Depot Vergleich 2026: 0€ Ordergebühr & 2,0% Zinsen sichern

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Depot Vergleich 2026: Beste Zinsen (2,0%) & Broker im Test

Wer im Jahr 2026 sein Vermögen strukturiert aufbauen möchte, steht vor einer veränderten Finanzlandschaft. Die Phase der extremen Zinssprünge der vergangenen Jahre ist vorüber, und am Markt hat sich ein "New Normal" etabliert. Während klassische Sparkassen und Filialbanken oft noch immer mit Minimalzinsen für ihre Kunden kämpfen, bieten moderne Broker attraktive Konditionen auf das Verrechnungskonto an. Doch Vorsicht: Ein Depot ist kein reines Sparkonto. In unserem umfassenden Vergleich für 2026 analysieren wir, welche Anbieter nicht nur bei den Zinsen (standardmäßig 2,0 % p.a.), sondern auch bei den Handelsgebühren, der Usability und dem Service auf ganzer Linie überzeugen. Der Fokus liegt dabei auf der Total Cost of Ownership und der Flexibilität in einem Marktumfeld, das zunehmend durch regulatorische Änderungen wie das Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) geprägt ist.

Die aktuelle Marktlage 2026: Zinsen, Inflation und Strategie

Im Jahr 2026 haben sich die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) nach einer Phase der Volatilität auf einem stabilen Niveau eingependelt. Während wir in den Jahren 2023 und 2024 noch rasante Anstiege sahen, die viele Anleger verunsicherten, ist das aktuelle Umfeld von Konsolidierung geprägt. Die Inflation ist zwar moderat bei etwa 2,1 % bis 2,4 % stabilisiert, zehrt aber weiterhin an der Kaufkraft von unverzinstem Kapital. Für Anleger bedeutet das: Die Jagd nach dem kurzfristigen "Zinshopper-Angebot" ist weniger lukrativ geworden, da sich die meisten Top-Broker auf eine Verzinsung um die 2,0 % p.a. für das Verrechnungskonto geeinigt haben.

Ein entscheidender Faktor im Jahr 2026 ist das Inkrafttreten des EU-weiten Verbots von Payment for Order Flow (PFOF). Broker dürfen keine Rückvergütungen mehr von Handelsplätzen annehmen, wenn sie Kundenorders dorthin leiten. Dies hat dazu geführt, dass viele "Null-Euro-Broker" ihre Gebührenmodelle angepasst haben. Wir sehen 2026 vermehrt Pauschalgebühren von 1 Euro oder Abo-Modelle (Flatrates), die die Transparenz erhöhen, aber für Kleinstanleger die Kosten leicht steigen ließen. Viel wichtiger als die dritte Nachkommastelle beim Zins sind daher die Gesamtkosten eines Depots – also die Summe aus Ordergebühren, Spread-Kosten, Depotführungsentgelten und den Kosten für Währungsumrechnungen.

Ein weiterer Trend im Jahr 2026 ist die Demokratisierung des Kapitalmarktes durch den Zugang zu Fraktionalen Assets (Bruchteilaktien) und Anleihen. War der Rentenmarkt früher Profis vorbehalten, können Privatanleger heute bereits ab 1 Euro in Staatsanleihen investieren. Dies macht das Depot zum zentralen Dreh- und Angelpunkt der persönlichen Finanzen, weit über den bloßen Aktienkauf hinaus. Wer 2026 erfolgreich investieren will, muss sein Depot als Werkzeugkasten begreifen, der Cash-Management, Aktien-Sparpläne und Krypto-Assets unter einem Dach vereint.

Die Marktbeherrscher: Trade Republic vs. Scalable Capital

Der deutsche Markt wird 2026 maßgeblich von zwei Schwergewichten dominiert. Beide haben sich längst von reinen Startups zu vollwertigen Finanzplattformen entwickelt, die den etablierten Banken mit innovativen Features den Rang ablaufen. Sie fungieren heute oft als Erstbankverbindung für die Generation Z und Millennials.

Trade Republic: Der mobile Allrounder

Trade Republic hat 2026 seine Position als führende Investment-App in Europa weiter gefestigt. Das Besondere: Mit der hauseigenen Vollbanklizenz und der tiefen Integration einer Visa-Debitkarte ist die Grenze zwischen Broker und Girokonto fast vollständig verschwommen. Seit dem Erhalt der Vollbanklizenz Ende 2023 hat sich das Unternehmen zu einem ernsthaften Konkurrenten für traditionelle Institute entwickelt.

  • Zinsen: Trade Republic bietet 2,00 % Zinsen p.a. auf das nicht investierte Guthaben. Die Gutschrift erfolgt monatlich, was den Zinseszinseffekt gegenüber einer quartalsweisen Auszahlung leicht erhöht. Das Guthaben ist bis zu 100.000 € durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Bemerkenswert ist, dass Trade Republic das Zinsangebot auch nach der PFOF-Regulierung stabil gehalten hat, um Kunden langfristig im Ökosystem zu binden.
  • Kosten: Das Preismodell bleibt radikal einfach: Jede Order kostet pauschal 1 € ("Fremdkostenpauschale"). ETF-Sparpläne sind grundsätzlich kostenlos, was Trade Republic zum idealen Partner für den langfristigen Vermögensaufbau mit Breitband-ETFs macht.
  • Besonderheit: Das "Saveback"-Programm ist 2026 das absolute Zugpferd. Wer die Trade Republic Karte nutzt, erhält 1 % Cashback auf qualifizierte Zahlungen (bis zu einem Maximum von 15 € pro Monat), das direkt in einen gewählten Sparplan fließt. Zudem ermöglicht die App 2026 den direkten Kauf von Anleihen in Echtzeit, was in der mobilen App-Welt ein Alleinstellungsmerkmal bleibt.
  • Zielgruppe: Smartphone-Nutzer, die eine einfache, intuitive Bedienung suchen und ihr Depot gern "in der Hosentasche" haben, sowie Sparer, die Alltagsausgaben durch Cashback in Investments umwandeln wollen.

Scalable Capital: Die Macht am Desktop

Während Trade Republic die mobile Welt dominiert, punktet Scalable Capital 2026 vor allem durch seine Vielseitigkeit, die exzellente Web-Oberfläche und das tiefe Angebot für professionellere Privatanleger, die am großen Bildschirm analysieren wollen. Scalable hat sich durch Kooperationen mit namhaften Partnern wie BlackRock als "seriöse" Alternative für größere Portfolios positioniert.

  • Zinsen: Im Modell PRIME+ erhalten Kunden ebenfalls 2,00 % Zinsen p.a. auf das Guthaben (bis zu 100.000 €). Im Gegensatz zu Trade Republic ist hier jedoch eine monatliche Grundgebühr von 4,99 € fällig. Das bedeutet: Wer nur wegen der Zinsen kommt, muss mindestens ca. 3.000 € Cash liegen haben, um allein die Gebühr durch die Zinserträge zu decken.
  • Kosten: Für Vieltrader ist das Flatrate-Modell unschlagbar. Alle Käufe über den Handelsplatz gettex ab 250 € Volumen sind in der monatlichen Gebühr enthalten. Wer den "FREE Broker" nutzt, zahlt 0,99 € pro Order, erhält dort aber keine Zinsen auf das Cash.
  • Besonderheit: Das Angebot an Sparpläne ist riesig (über 2.500 ETFs und tausende Aktien). Zudem bietet Scalable fortschrittliche Portfolio-Analyse-Tools ("Insights"), die das Risiko-Rendite-Profil des eigenen Depots visualisieren, Klumpenrisiken aufzeigen und mit Benchmarks vergleichen. Neu im Jahr 2026 sind KI-gestützte Portfolio-Vorschläge, die auf die individuelle Risikotoleranz der Nutzer abgestimmt sind.
  • Zielgruppe: Anleger, die häufiger handeln (Trader) oder ihre Strategie detailliert am PC planen wollen und Wert auf eine breite Auswahl an Handelsplätzen (z.B. Xetra-Anbindung gegen Aufpreis) legen.

Die "Zins-Falle": Warum 2,0 % nicht alles sind

Es klingt verlockend: 2,0 % Zinsen auf dem Verrechnungskonto – und das bei täglicher Verfügbarkeit. Viele Anleger machen jedoch den Fehler, ihr Depot als reinen Tagesgeldkonto-Ersatz zu missbrauchen. Das birgt Risiken und Opportunitätskosten, die im Jahr 2026 besonders ins Gewicht fallen.

  1. Broker sind keine Sparbüchsen: Das primäre Ziel eines Depots ist der Vermögensaufbau durch Wertpapiere. Wer 50.000 € unverzinst (oder nur zu 2,0 %) auf dem Verrechnungskonto liegen lässt, verliert real an Kaufkraft, wenn die Inflation bei etwa 2,3 % liegt. Das Geld sollte "arbeiten", nicht nur "parken".
  2. Spezialisierte Konten bieten mehr: Wer hohe Cash-Reserven halten muss (z. B. für eine Immobilienfinanzierung oder den Notgroschen), findet 2026 bei spezialisierten Direktbanken oft bessere Konditionen. Die C24 Bank (die Bank von CHECK24) oder die ING bieten häufig Zinssätze um die 2,50 % bis 2,75 % p.a. auf spezielle Pockets oder Tagesgeldkonten für Neukunden an. Damit schlagen sie die Standard-Verzinsung der Neo-Broker deutlich.
  3. Psychologische Hürde: Geld auf dem Broker-Konto verleitet zu "Impulskäufen". Wenn der Markt korrigiert, ist die Versuchung groß, das Cash unüberlegt in riskante Einzelaktien, Hebelzertifikate oder volatile Krypto-Assets zu stecken, statt es als eiserne Reserve für Notfälle zu behalten.
  4. Geldmarkt-ETFs als Alternative: Wer eine höhere Verzinsung bei fast gleicher Sicherheit sucht, sollte 2026 auf Geldmarkt-ETFs blicken. Produkte wie der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF (DBX0AN) bilden den €STR (Euro Short-Term Rate) ab und liefern oft Renditen, die 0,5 % bis 0,8 % über den Zinsangeboten der Broker liegen, da sie den Marktzins ohne den Risikoabschlag des Brokers widerspiegeln.

Neo-Broker vs. Hausbank: Der Preis-Schock

Warum lohnt sich der Wechsel 2026 mehr denn je? Ein Blick auf die Kostenstruktur klassischer Hausbanken (Sparkassen, Volksbanken, Deutsche Bank) im Vergleich zu Neo-Brokern verdeutlicht das enorme Sparpotenzial über einen Anlagehorizont von 10 bis 30 Jahren. Die Gebührenstruktur bei Filialbanken hat sich zwar leicht verbessert, bleibt aber durch den hohen Personalaufwand unflexibel.

PostenHausbank (Durchschnitt 2026)Neo-Broker (TR / Scalable)Finanzen.net ZERO / Smartbroker+
Depotführung p.a.20 € – 95 €0 €0 €
ETF-Sparplan (100 €)1,50 € – 7,50 €0 €0 €
Einzelorder (2.000 €)15 € – 65 €0 € – 1 €0 € – 4 €
Zinsen auf Cash0,10 % – 1,25 %2,0 %Variabel (0% – 2,25%)
BörsenplatzentgelteMeist extra (5 €+)Inklusive / 0 €Inklusive / Günstig

Fazit: Wer monatlich 250 € in einen ETF spart, zahlt bei der Hausbank über 20 Jahre hinweg oft zwischen 4.500 € und 8.500 € allein an Gebühren und entgangenen Renditechancen. Dieses Geld fehlt am Ende im Zinseszinseffekt und kann den Unterschied zwischen einer komfortablen Altersvorsorge und einer Rentenlücke ausmachen. Ein Neo-Broker ist 2026 kein Experiment mehr, sondern der Goldstandard für den rationalen Anleger. Die technische Stabilität der Plattformen hat 2026 ein Niveau erreicht, das dem von Online-Banking-Portalen großer Institute in nichts nachsteht.

Weitere wichtige Broker im Check 2026

Neben den beiden Platzhirschen gibt es weitere Anbieter, die für spezifische Strategien 2026 die bessere Wahl sein könnten:

  • Smartbroker+: Nach dem erfolgreichen Abschluss der Migration zur Baader Bank bietet Smartbroker+ eine moderne App-Oberfläche kombiniert mit dem riesigen Handelsplatz-Angebot eines klassischen Brokers. Wer nicht nur an Gettex oder L&S gebunden sein will, sondern "alle" Börsen weltweit (inkl. Regionalbörsen und Auslandsplätzen) zu günstigen Konditionen handeln möchte, findet hier sein Zuhause. Für Orders über 500 € via gettex fallen weiterhin 0 € Gebühren an.
  • Finanzen.net ZERO: Ein Broker, der 2026 besonders durch seine Integration in das Finanzen.net-Ökosystem punktet. Er bietet den Handel ohne Ordergebühren (ab 500 € Auftragsvolumen). Der Clou: ZERO hat sich nach dem PFOF-Verbot durch ein Hybrid-Modell finanziert, das auf Premium-Services und Kooperationen mit Emittenten basiert, was für den Endkunden weiterhin sehr niedrige Kosten bedeutet.
  • ING (Direct Brokerage): Die ING ist die "Hausbank unter den Brokern". Sie bietet ein hervorragendes Junior-Depot und ist für Anleger attraktiv, die Wert auf telefonischen Support und eine extrem stabile Infrastruktur legen. Alle ETF-Sparpläne sind 2026 bei der ING kostenlos, was sie zur Top-Empfehlung für passives Investieren außerhalb der Neo-Broker-Welt macht. Die Einzelorder-Gebühren (4,90 € + 0,25 %) sind jedoch deutlich höher.
  • Flatex: Der Traditions-Broker unter den Günstigen. Flatex punktet 2026 vor allem durch ein riesiges Angebot an Zertifikaten und Hebelprodukten sowie einen sehr stabilen Web-Trader für Desktop-Nutzer. Die Einführung von Depotgebühren in der Vergangenheit wurde weitgehend zurückgenommen oder durch Verrechnungen mit Trades kompensiert, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Strategien für den Vermögensaufbau 2026

Die reine Wahl des Brokers ist nur der erste Schritt. Im Jahr 2026 haben sich bestimmte Anlagestrategien als besonders effektiv erwiesen, um die Inflation zu schlagen und langfristig Wohlstand aufzubauen.

Der klassische ETF-Sparplan

ETFs bleiben das Rückgrat privater Vorsorge. Im Jahr 2026 konzentrieren sich viele Anleger nicht mehr nur auf den MSCI World, sondern nutzen verstärkt All-Cap-ETFs wie den Vanguard FTSE All-World oder den iShares MSCI ACWI IMI, die auch Small Caps (kleine Unternehmen) enthalten. Dank der kostenlosen Sparpläne bei fast allen hier verglichenen Brokern lassen sich bereits ab 1 Euro monatlich diversifizierte Portfolios aufbauen.

Anleihen und Zinstreppen

Durch den Zugang zu Bruchteilen von Anleihen bei Brokern wie Trade Republic können Anleger 2026 eine sogenannte "Zinstreppe" bauen. Dabei investiert man in Staats- oder Unternehmensanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten (z.B. 1, 2 und 3 Jahre). So wird regelmäßig Liquidität frei, die man zum dann geltenden Marktzins neu anlegen kann. Dies bietet mehr Sicherheit als Aktien, aber oft eine höhere Rendite als das klassische Tagesgeld.

Aktien für Dividendenjäger

Dividendenstrategien haben 2026 ein Comeback erlebt. Da die Zinsen auf Cash bei 2,0 % gedeckelt sind, suchen Anleger nach stabilen Cashflows durch Qualitätsaktien. Moderne Broker unterstützen dies durch automatisierte Wiederanlage-Funktionen, bei denen Dividenden ohne zusätzliche Ordergebühr direkt zurück in die jeweilige Aktie fließen (DRIP – Dividend Reinvestment Plan).

Sicherheit im Fokus: Einlagensicherung und Sondervermögen

Gerade in unruhigen Zeiten ist die Sicherheit des Geldes das A und O. Hier gibt es 2026 zwei wichtige Mechanismen, die jeder Anleger kennen muss:

  • Sondervermögen: Ihre Aktien und ETFs gehören Ihnen rechtlich gesehen zu 100 %. Im Falle einer Insolvenz des Brokers (z.B. Trade Republic oder Scalable) fallen diese Wertpapiere nicht in die Insolvenzmasse. Sie können Ihr Depot einfach zu einer anderen Bank übertragen. Das Risiko liegt hier also rein bei der Kursentwicklung der Wertpapiere, nicht bei der wirtschaftlichen Lage des Brokers.
  • Einlagensicherung: Das Cash auf dem Verrechnungskonto (die verzinsten 2,0 %) unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung. In der EU sind dies 100.000 € pro Kunde und Bank. Da Trade Republic eine deutsche Banklizenz hat und Scalable mit der Baader Bank (ebenfalls Deutschland) kooperiert, greift hier das deutsche Sicherungssystem, das als eines der stabilsten weltweit gilt. Auch 2026 ist die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hier sehr wachsam und führt regelmäßige Stresstests bei den Neo-Brokern durch.

Steuer-Optimierung und Rechtliches 2026

Auch 2026 bleibt die steuerliche Komponente ein wesentlicher Teil der Rendite. In Deutschland wird die Abgeltungsteuer direkt an der Quelle erhoben, was die Verwaltung für Anleger vereinfacht.

  • Sparerpauschbetrag: Jedem Anleger stehen 2026 weiterhin 1.000 € (2.000 € bei Verheirateten) an steuerfreien Erträgen zu. Es ist essentiell, diesen Betrag in der App des Brokers als Freistellungsauftrag zu hinterlegen.
  • Vorabpauschale bei ETFs: Da das Zinsniveau positiv ist, wird auch 2026 die Vorabpauschale auf thesaurierende ETFs fällig. Diese wird Anfang Januar berechnet und vom Verrechnungskonto abgezogen. Anleger sollten sicherstellen, dass sie im Januar ein kleines Cash-Polster auf ihrem Depotkonto haben, um nicht ungewollt in den Dispo zu rutschen oder Verkäufe auslösen zu müssen.
  • Krypto-Steuern: Wer 2026 Kryptowährungen über Neo-Broker handelt, profitiert oft von integrierten Steuer-Reportings. Während Kursgewinne nach einer Haltefrist von einem Jahr bei physischem Besitz weiterhin steuerfrei sein können (je nach aktueller Gesetzgebung 2026), ist bei Zertifikaten (ETNs) Vorsicht geboten – hier greift oft die Abgeltungsteuer.

Anleitung: Depotwechsel 2026 (Schritt für Schritt)

Viele scheuen den Umzug ihres Depots, dabei ist dieser gesetzlich geregelt und für den Kunden in Deutschland kostenlos (BGH-Urteil). So ziehen Sie 2026 stressfrei um:

  1. Neues Depot eröffnen: Melden Sie sich bei Ihrem Wunsch-Broker an. Die Verifizierung per VideoIdent oder eID (Online-Ausweisfunktion des Personalausweises) dauert heute meist nur noch 5 Minuten.
  2. Digitaler Depotübertrag: Nutzen Sie den digitalen Wechselservice. In den Apps gibt es 2026 meist einen Button "Depot übertragen". Dank Schnittstellen zu fast allen deutschen Banken müssen Sie oft nur die Zugangsdaten Ihrer alten Bank eingeben, und das System erkennt alle übertragbaren Positionen automatisch.
  3. Bruchstücke beachten: Wichtig: Nur ganze Anteile können übertragen werden. Wenn Sie 10,54 Anteile eines ETFs haben, werden 10 übertragen. Die 0,54 Anteile verbleiben im alten Depot und sollten dort verkauft werden.
  4. Steuerdaten: Achten Sie darauf, dass die Einstandskurse korrekt übertragen werden. Dies geschieht in der Regel automatisch im Hintergrund über den sogenannten Anschaffungsdatenspeicher.
  5. Dauer: Rechnen Sie mit 2 bis 4 Wochen. In dieser Zeit sind die Wertpapiere "gesperrt" – planen Sie also keine kurzfristigen Verkäufe während des Umzugs ein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Depotvergleich 2026

Gibt es 2026 noch Broker mit mehr als 2,0 % Zinsen?

Ja, vereinzelt bieten Broker Lockangebote für Neukunden an, die für 3 bis 6 Monate bis zu 3,5 % p.a. zahlen. Bestandskunden erhalten jedoch fast flächendeckend den Marktzins von 2,0 %. Wer dauerhaft mehr will, muss auf Geldmarkt-ETFs (z.B. auf den €STR) ausweichen, die 2026 oft eine Rendite von ca. 2,5 % bis 3,0 % vor Kosten erzielen.

Ist mein Geld bei einem Neo-Broker 2026 sicher?

Ja. Broker mit Sitz in Deutschland oder der EU unterliegen strengen Regulierungsvorschriften der BaFin bzw. der EZB. Cash ist bis 100.000 € durch die Einlagensicherung geschützt, Wertpapiere gelten als Sondervermögen und sind vor einer Broker-Insolvenz sicher.

Lohnt sich Scalable Capital PRIME+ trotz der Gebühr?

PRIME+ lohnt sich 2026 für zwei Gruppen: Erstens aktive Trader, die mehr als 5 Orders pro Monat tätigen (da diese in der Flatrate enthalten sind). Zweitens Anleger, die ständig mehr als 3.000 € unverzinstes Cash halten, da die 2,0 % Zinsen die Grundgebühr von 4,99 € dann rechnerisch decken.

Gibt es 2026 gute Depots für Kinder (Junior Depots)?

Ja, während Trade Republic 2026 weiterhin primär auf Einzelpersonen setzt, bieten Anbieter wie die ING, Consorsbank oder Finanzen.net ZERO hervorragende Junior-Depots an. Hier können Eltern im Namen des Kindes sparen und den Kinder-Sparerpauschbetrag (zusätzliche 1.000 €) nutzen, was steuerlich enorm attraktiv ist.

Kostet der Depotwechsel zu Trade Republic oder Scalable etwas?

Nein. Innerhalb Deutschlands ist der Depotübertrag gesetzlich kostenlos. Es dürfen lediglich fremde Spesen (z.B. von ausländischen Lagerstellen bei US-Aktien) weitergegeben werden, was bei Standard-ETFs und DAX-Aktien jedoch fast nie vorkommt.

Kann ich bei diesen Brokern auch Bitcoin kaufen?

Ja, im Jahr 2026 haben sowohl Trade Republic als auch Scalable Capital tief integrierte Krypto-Angebote. Meist handelt es sich um "echte" Kryptowährungen oder ETNs, die in einer geschützten Umgebung verwahrt werden. Die Gebühren liegen hier meist bei ca. 1 € pro Trade oder einem kleinen Spread-Aufschlag von 1 – 2 %.

Was ist der beste Handelsplatz: Gettex oder Xetra?

Für Privatanleger mit "normalen" Ordergrößen (bis ca. 10.000 €) ist gettex oder L&S Exchange meist völlig ausreichend, da die Spreads während der Xetra-Handelszeiten an den Referenzmarkt gebunden sind. Xetra lohnt sich nur bei sehr großen Volumina oder speziellen Nebenwerten, ist aber aufgrund der höheren Gebühren für Sparplan-Anleger ungeeignet.

Was passiert nach dem PFOF-Verbot 2026?

Nach dem Verbot von Payment for Order Flow haben Broker ihre Gebührenmodelle angepasst. Während Sparpläne oft kostenlos geblieben sind, wurden Einmalorders teilweise von 0 € auf 1 € angehoben oder die Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis) haben sich minimal geweitet. Insgesamt bleibt das Investieren über Neo-Broker jedoch drastisch günstiger als bei Filialbanken.

Abschließendes Urteil: Welches Depot für wen?

Für das Jahr 2026 bleibt die Empfehlung klar gesplittet:

  • Der Einsteiger & Sparer: Wählen Sie Trade Republic. Die Kombination aus 2,0 % Zinsen, der kostenlosen Karte mit Saveback und der kinderleichten App ist für den klassischen Vermögensaufbau unschlagbar. Die Einbindung von Anleihen macht es zudem zum perfekten All-in-One-Tool.
  • Der Strategie-Experte & Trader: Greifen Sie zu Scalable Capital (PRIME+). Die besseren Analyse-Tools, die Trading-Flatrate und die umfangreiche Desktop-Version zahlen sich aus, sobald Sie mehr als 4 bis 5 Mal im Monat handeln oder komplexe Portfolios mit KI-Unterstützung verwalten wollen.
  • Der Allround-Banker: Wer Wert auf eine etablierte Bank mit vollem Service (inkl. Girokonto und Krediten) legt, fährt mit der ING am besten. Hier sind Sparpläne ebenfalls kostenlos, was die höheren Gebühren für Einzelkäufe für Langfrist-Anleger verschmerzbar macht.
  • Der Profi-Trader: Wer Zugang zu weltweiten Börsenplätzen und komplexen Ordertypen (wie Trailing Stop-Loss) sucht, sollte sich Smartbroker+ oder Interactive Brokers ansehen. Hier steht die Funktionalität über dem simplen Design.

Hinweis: Investitionen am Aktienmarkt sind mit Risiken verbunden. Kurse können fallen und steigen. Die genannten Zinssätze sind variabel und können sich je nach Marktlage ändern. Stand der Daten: März 2026. Dieser Vergleich stellt keine Anlageberatung dar. Informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung umfassend über die Risiken und Kosten.