Zinssatz einfach erklärt: Definition & Aktuelle Werte 2026

Was ist ein Zinssatz? Wir erklären die Definition, den Unterschied zwischen Soll- und Habenzins und zeigen die aktuellen Werte für 2026.

Zinssatz einfach erklärt: Definition & Aktuelle Werte 2026

Was versteht man eigentlich unter einem Zinssatz?

Der Zinssatz ist der Preis für Geld. Er beziffert die Kosten, die ein Schuldner (Kreditnehmer) an einen Gläubiger (z.B. Bank) zahlen muss, um Kapital nutzen zu dürfen. Umgekehrt ist er der Ertrag, den ein Sparer erhält, wenn er sein Geld einer Bank zur Verfügung stellt.

Im Jahr 2026 ist das Verständnis von Zinssätzen wichtiger denn je, da wir uns in einer Phase der Zinsveränderung befinden. Zinssätze werden meist als Prozentsatz pro Jahr (% p.a.) angegeben.


Aktuelle Zinssätze 2026: Ein Überblick

Damit Sie ein Gefühl für die aktuellen Marktwerte bekommen, hier eine Übersicht der durchschnittlichen Zinssätze in Deutschland (Stand: Anfang 2026):

Art des Zinses Durchschnitt ca. Trend
EZB-Leitzins (Einlage) 2,00 % ↘️ Sinkend
Tagesgeld (Top) 2,50 - 3,00 % ↘️ Sinkend
Festgeld (1 Jahr) 2,70 - 3,10 % ➡️ Stabil
Bauzinsen (10 Jahre) 3,20 - 3,50 % ↘️ Leicht sinkend
Dispozinsen 10,00 - 14,00 % ➡️ Stabil hoch

Unterschied: Sollzins vs. Habenzins

Es ist entscheidend, zwischen diesen beiden Begriffen zu unterscheiden:

  • Sollzins (Kreditzins): Das ist der Zins, den Sie an die Bank zahlen, wenn Sie sich Geld leihen (z.B. für einen Ratenkredit oder Dispo).
  • Habenzins (Sparzins): Das ist der Zins, den die Bank an Sie zahlt, wenn Sie Geld anlegen (z.B. auf dem Tagesgeldkonto).
Merke:

Wie berechnet man Zinsen? (Beispiel)

Die einfache Zinsformel für ein Jahr lautet:

Kapital x Zinssatz / 100 = Zinsertrag

Beispiel:
Sie legen 10.000 € auf ein Festgeldkonto mit 3,00 % Zinsen für ein Jahr an.

Rechnung: 10.000 € x 3,00 / 100 = 300 €

Sie erhalten am Ende des Jahres also 300 € Zinsen gutgeschrieben. Nutzen Sie unseren Zinsrechner, um komplexere Szenarien mit Zinseszins zu berechnen.


Häufige Fragen zum Zinssatz (FAQ)

Wer legt den Zinssatz fest?
In der Eurozone gibt die Europäische Zentralbank (EZB) durch den Leitzins die Richtung vor. Banken orientieren sich daran, legen ihre eigenen Kundenkonditionen aber selbstständig fest, basierend auf Wettbewerb und Kosten.

Was ist der Unterschied zwischen Nominalzins und Effektivzins?
Der Nominalzins ist der reine Zins auf den Kreditbetrag. Der Effektivzins beinhaltet zusätzlich fast alle Nebenkosten und Gebühren. Für Kreditvergleiche ist daher immer der Effektivzins ausschlaggebend.

Warum gibt es Negativzinsen?
Negativzinsen (Verwahrentgelte) waren ein Phänomen der Jahre 2014 bis 2022. Seit der Zinswende 2022/2023 sind Negativzinsen für Privatkunden in Deutschland faktisch abgeschafft. Sie erhalten wieder Zinsen für Ihr Guthaben.